Do 16.08. | 19:30h | Film: „The thruth lies in Rostock“ – Erinnern an die rassistischen Progrome vor 20 Jahren

(Von Mark Saunders & Siobhan Cleary, Länge: 121 min., Sprache: deutsch)

„Der von Mark Saunders und Siobhan Cleary produzierte Dokumentarfilm ‚The truth lies in Rostock‘ dokumentiert die Ereignisse in Rostock-Lichtenhagen. Er entstand 1993 unter maßgeblicher Beteiligung von Menschen, die sich zum Zeitpunkt der Geschehnisse im attackierten Wohnheim befanden. Deshalb zeichnet sich die Produktion nicht nur durch einen authentischen Charakter aus, sondern versteht sich auch Jahre danach als schonungslose Kritik an einer Grundstimmung in der bundesrepublikanischen Gesellschaft, die Pogrome gegen Migranten oder einfach nur ‚anders aussehende‘ überhaupt erst möglich macht“ (Rezension der Antifa Heusskirchen).

Zwischen dem 22. und 26. August 1992 ereigneten sich in Rostock-Lichtenhagen die größten rassistischen Pogrome der Nachkriegszeit. Tagelang belagerte ein wütender Mob – mehrere tausend „ganz normaler“ Bürger_Innen und Neonazis – die „Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber“, wo Asylsuchende unter menschenunwürdigen Bedingungen untergebracht waren. Das Haus wurde unter Applaus in Brand gesteckt und verwüstet. Die Polizei zog sich zurück. Nur mit Glück konnten sich die Bewohner_Innen auf das Dach retten.

Zuvor wurden ähnliche gewalttätige Übergriffe auf Migrant_Innen in Hoyerswerda (1991) und Mannheim (1992) sowie später in Mölln (1992) und Solingen (1993) verübt. Die Taten waren Ausdruck einer rassistischen Grundstimmung in der Bevölkerung. Die Bundesregierung reagierte 1992 mit dem sog. “Asylkompromiss”: die Abschaffung des individuellen Rechts auf Asyl und der Verschlechterung der Bedingungen der hier lebenden Asylsuchenden.

Seit 1990 sind mindestens 182 Menschen durch diesen menschenfeindlichen Terror zu Tode gekommen (vgl. Amadeu Antonio Stiftung). Aktuelle Studien zeigen ausländerfeindliche Einstellungen bei über der Hälfte der Bürger_Innen in der BRD (vgl. Friedrich-Ebert-Stiftung (Hrsg.) „Die Mitte in der Krise, Wilhelm Heitmeyer (Hrsg.) „Deutsche Zustände“). In der Öffentlichkeit wird die faschistisch motivierte Mordserie der NSU als “Dönermorde” relativiert und damit die Opfer weiter in rassistischer Weise herabgewürdigt.

 

Wir möchten mit der Vorführung des Films an die Opfer rassistischer Gewalt erinnern.

AG *Gegen Rassismus – Für Flüchtende*, ak spunk<<, ak raccoons, AStA Uni Kassel, Kritische Uni Kassel (KUK)

 

Donnerstag | 16.08.2012 | 19:30h| Selbstverwaltetes Zentrum Karoshi | Gießbergstraße 41, Kassel | Tram 1/ 5, Haltestelle Holländischer Platz

 

Weiterführende Informationen zum Thema:

Kampagnen-Seite mit Hintergrundinformationen & bundesweite Demonstration in Gedenken an Lichtenhagen am 25. August : „Das Problem heißt Rassismus! – 20 Jahre nach den Progromen“

FES-Studie: „Die Mitte in der Krise. Rechstextreme Einstellungen in Deutschland 2010“

TAZ-Artikel: „Rette sich, wer kann“

Jungle World-Artikel über den Kampf von Flüchtlingen für ihre Menschenrechte in Deutschland: „Hungern für ein Leben“

 

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